Lübben (Spreewald), 29.05.2026, 16:41 Uhr | BK | Quelle: Benjamin Kaiser

Nach fast 18 Jahren: Abschied aus der Stadtverordnetenversammlung Lübben
Dankbarkeit und Appell an mehr Miteinander in der Kommunalpolitik

Am 31. Mai 2026 endet für mich ein prägender Abschnitt meines politischen Lebens: Nach fast 18 Jahren habe ich in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung mein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung Lübben zurückgegeben.

Am 28. September 2008 wurde ich erstmals in die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Lübben gewählt. Fast 18 Jahre später gebe ich mein Mandat zurück.

Diese Zeit war für mich weit mehr als ein Ehrenamt. Sie war ein Stück Lebensweg, ein Stück Verantwortung und ein Stück Heimat. Kommunalpolitik findet nicht weit entfernt statt, sondern mitten im Leben: in unseren Straßen, Kitas, Schulen, Vereinen, Feuerwehren, Ortsteilen und in der täglichen Arbeit der Verwaltung.

Stadtverordnete haben wichtige Rechte — insbesondere auch Kontrollrechte gegenüber der Verwaltung. Aber Kontrolle allein ist nicht der Kern eines Mandats. Stadtverordnete sind nicht nur Kontrolleure, sondern auch Gestalter, Mitentscheider und Verantwortungsträger. Sie entscheiden über die grundlegenden Angelegenheiten der Stadt und tragen Verantwortung für das Ganze.

Gerade deshalb wünsche ich mir für Lübben wieder mehr Miteinander. Kritik ist notwendig. Streit gehört zur Demokratie. Aber ständige Blockade, endlose Anfragen ohne erkennbaren Gestaltungswillen und das Aufbauen von Fronten helfen unserer Stadt nicht weiter. Wer Vorschläge nur bombardiert, aber selbst keine tragfähigen Alternativen anbietet, übernimmt keine Verantwortung. Der Bürger ist nicht dumm — er erkennt sehr wohl, wer Lösungen sucht und wer nur bremst.

Kommunalpolitik darf kein Schlachtfeld sein. Sie ist ein Dienst an der Stadt.

Dankbar blicke ich auf viele Weggefährten zurück: auf Mitstreiter der ersten Stunde wie Peter Rogalla, Frank Selbitz und Sabine Mietzke, auf Rolf Quasdorf, von dem ich viel über Kommunalpolitik und Haltung lernen durfte, auf meine CDU-Fraktion und auch auf politische Mitstreiter über Parteigrenzen hinweg — etwa Martina Eisenhammer, die ich stets als leidenschaftliche Unterstützerin unserer Stadt erlebt habe. Ebenso gehört mein Respekt Lothar Bretterbauer, der Lübben als Bürgermeister von 1990 bis 2014 maßgeblich geprägt hat.

Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung Lübben. Sie setzen um, was politisch beschlossen wird, und verdienen dafür Respekt und Rückhalt. Besonders nennen möchte ich Ilona Herzke, die über viele Jahre eine Konstante in der Kommunalpolitik unserer Stadt war und nun ebenfalls bald in den verdienten Ruhestand geht.

Ich gehe nicht im Groll, aber auch nicht ohne Sorge. Lübben braucht Haltung, Sachlichkeit und Menschen, die bereit sind, gemeinsam in dieselbe Richtung zu blicken.

Denn wir alle sind nur auf Zeit gewählt.
Die Stadt aber bleibt.